Die Leinenführigkeit

Grundlagen
Eine einwandfreie Leinenführigkeit ist die Grundlage allen Gehorsams.
Hier habe ich die Möglichkeit, in jedem Augenblick auf meinen Hund einzuwirken und ihm klarzumachen, was ich von ihm verlange.
Diese Einwirkung sollte soweit wie eben möglich in Motivation und Belohnung und zu einem möglichst geringen Teil in Leinenrucken
bestehen, aber natürlich muss unser Vierbeiner auch lernen, dass wir sein Ziehen an der Leine nicht akzeptieren.
Hier zeigt sich die eigentliche Kunst der Hundeausbildung, die richtige Balance zwischen Motivation und Belohnung einerseits
und dem kurzen, unangenehmen Einwirken andererseits so zu finden, dass unser Zögling freudig lernt ohne auf die Idee zu kommen,
mit uns den Molly machen zu können. Das rechte Maß lässt sich hier nur bei jedem einzelnen Hund individuell finden.
Dabei ist es von größter Bedeutung, dass der Hund nach einem Strafreiz so schnell wie möglich eine Lektion wieder richtig
ausführt und er das fällige Lob erhält, mit dem der Druck der vorangegangenen Strafe wieder aufgehoben und die Harmonie
zwischen Herr und Hund wieder hergestellt wird. Als Halsung reicht hier ein normales Kettenhalsband völlig aus.
Ein Stachelhalsband ist beim Irish unnötig. An den Einsatz von Teletakt oder ähnlichen Produkten sollte man nicht einmal
entfernt denken, sie sind für unseren vierbeinigen Freund eine gefährliche Tierquälerei.
Praxis
Bei der Leinenführigkeit soll der Hund freudig bei Fuß gehen und sich, wenn der Hundeführer stehen bleibt,
ohne Kommando setzen. Und sitzen bleiben! Diese Übung wird bei allen Gelegenheiten geübt, aber nur dann,
wenn der Hundeführer auch willens und in der Lage ist, sich voll auf seinen Hund zu konzentrieren und jederzeit auf ihn einzuwirken.
Es ist während der Ausbildungsphase grundfalsch, z.B. beim Sonntagsspaziergang mit der Familie dem lieben Mick,
weil er gerade so zieht, mal eben das erst halbgefestigte Kommando "Fuß" zu geben und sich dann wieder dem Plausch
mit Tante Else zu widmen, ohne darauf zu achten, dass Mick schon wieder ganz woanders rumschnuppert.
So ruiniere ich nur meine vorangegangene Ausbildung, weil Mick verknüpft, dass "Fuß" wohl nicht immer exakte
Leinenführigkeit bedeutet; und am nächsten Tag auf dem Übungsplatz dieselbe schlampige Ausführung zeigt.
Meistens sagt Herrchen dann: "Ich weiß auch nicht, was er heute hat". Aber Mick weiß es; und der Übungsleiter hoffentlich auch.